Wilde Tage im Stötteritzer Wäldchen und der Naturschutzstation Partheland (August 2025).
An zwei Tagen trafen sich interessierte Kinder zwischen 7 und 12 Jahren in den Sommerferien um erste Schritte im Spuren lesen zu erlernen. Fährten und Spurenlesen ist das Suchen, Identifizieren und Interpretieren von Spuren verschiedenster Art. Ich sag gerne: „Jede Spur erzählt eine Geschichte und diese herauszubekommen ist die Kunst und die Freude des Spurenlesen“. Spuren können Fußabdrücke sein, Fraßspuren, Kot, Nester, Gewölle, Federn und noch viele andere. Neugierig, mit wachen Augen und ausgestattet mit Lupe, Fernglas, einem Lineal zum Vermessen und Protokollen, untersuchten wir abseits vom Weg unsere Umgebung. Finden wir ein Trittsiegel? Vom Hund? Vom Fuchs? Oder gibt es im Stötteritzer Wäldchen sogar einen Wolf? (Spoiler: Bisher gibt es keine Spuren die auf einen Wolf schließen lassen – wir bleiben dran 😊)
Wir fanden einige Federn, die uns wiederum zu einem Nest von einem Grauschnäpperpärchen führten. Durch unsere Ferngläser konnten wir den fleißigen Eltern beim Füttern ihrer Jungvögel zuschauen.
Ein Rätsel bleibt
Ein besonderes Rätsel gab uns ein kaputtes Vogelei, welches wir zusammen mit mehreren kaputten Schneckenhäusern fanden, auf. Wir fragten uns: „Von welchem Vogel könnte das Ei mit der weißen Schale stammen?“. In Frage kamen beispielsweise Tauben, Spechte und einige Eulenarten. Aber was hat es mit den Schneckenhäusern auf sich? Viele kaputte Schneckenhäuser an einem Platz können ein Hinweis auf eine Drosselschmiede sein. Singdrosseln (Turdus philomelos) suchen sich geeignete Steine aus, um die Gehäuse von Schnecken zu zertrümmern, die sie selber nicht zerstören können, um an den nahrhaften Inhalt zu kommen. Solche Drosselschmieden oder Schneckenschmieden erkennt man an der Vielzahl zerbrochener Schneckengehäuse. Aber bei uns fehlte der Stein. Die Schneckenhäuser lagen einfach rum. Wir überlegten welches Säugetier Schnecken isst und vielleicht auch gerne Vogeleier. Eine Idee war der Igel.
Der Igel isst durchaus Schnecken und Vogeleier. Aber knackt er diese auch? Und wie kommt ein Igel eigentlich an Vogeleier ran? Diese Rätsel lassen wir für Euch offen.
Aber ihr seht wie durch Spuren Geschichten entstehen können.
Natur festhalten- wie geht das?
Mit unseren Geschichten kehrten wie in die Naturschutzstation zurück. Damit wir alles festhalten konnten, bastelten wir uns ein ganz individuelles Naturtagebuch. In dem können Federn, Sichtungen oder einfach schöne Erinnerungen an Naturerlebnisse festgehalten werden.
In diesem Sinne: „Bleibt schön wachsam -es gibt viele Geschichten zu erzählen“.
Euere Lisa vom Team der Umweltbildung






